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Neutropenie
Einen Mangel an neutrophilen Granulozyten nennt man Neutropenie. Er kann verschiedene Ursachen haben. Neben angeborenen oder erworbenen Defekten (z.B. AIDS, Leukämie) kann die Chemotherapie zu einer Neutropenie führen. Grund dafür ist die Wirkungsweise der Medikamente, die bei der Therapie zum Einsatz kommen. Zytostatika wirken auch auf gesunde teilungsaktive Zellen, zu welchen auch das Knochenmark gehört, in dem die neutrophilen Granulozyten gebildet werden. Durch eine Knochenmarksschädigung während einer Chemotherapie kann die Bildung der neutrophilen Granulozyten daher stark gehemmt sein.

Die klinisch bedeutsamste Folge einer Neutropenie sind Infektionen, da durch einen Mangel an Fresszellen die Abwehr von Krankheitserregern zusammenbricht. Da Infektionen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können, sollte alles zu ihrer Vermeidung getan werden. Infektionen während einer Chemotherapie können zu einer zeitweiligen Unterbrechung der Behandlung führen und einen zusätzlichen Krankenhausaufenthalt bedingen.

Über drohende oder bereits bestehende Neutropenien gibt ein Blutbild Auskunft. Hierbei werden u.a. die in einem Mikroliter Blut befindlichen Zellen gezählt. Das Blut eines gesunden Menschen enthält normalerweise ca. 9.000 neutrophile Granulozyten pro Mikroliter. Bei Werten von unter 1.000 bzw. 500 Zellen pro Mikroliter spricht man von Neutropenie bzw. schwerer Neutropenie.

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