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Blutkrankheiten (Erkrankungen des Blutes und der blutbildenden Gewebe)
Die Hämatologie ist die Lehre vom Blut und den Blutkrankheiten. Als Spezialbereich der Inneren Medizin befasst sie sich mit der Physiologie und Pathologie des Blutes (einschl. Grundlagenforschung) sowie mit der Erkennung und Behandlung von Blutkrankheiten.
Zuweilen sind Blutkrankheiten mit anderen Erkrankungen und Störungen assoziiert. So können chronische Krankheiten, wie beispielsweise Nierenerkrankungen, die Produktion von Erythropoetin beeinflussen, eines wichtigen Glykoproteins, das die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) anregt. Durch eine unzureichende Erythrozytenzahl vermindert sich wiederum die Sauerstoffversorgung im Gewebe, was zu ernsthaften Komplikationen bei chronisch kranken Patienten führen kann.

Bei Krebspatienten kann die Chemotherapie die Knochenmarkfunktion beeinträchtigen. Die bei einer Chemotherapie eingesetzten Zytostatika zerstören vor allem Zellen, die sich schnell und häufig teilen. Dies trifft nicht nur auf Tumorzellen zu, sondern auch auf gesunde Zellen, die sehr teilungsaktiv sind – einschließlich eines bestimmten Typus der weissen Blutzellen, der als neutrophile Granulozyten bezeichnet wird und den Organismus dabei unterstützt, Infektionen zu bekämpfen. Somit besteht für viele Krebspatienten das Risiko, dass die Zahl der neutrophilen Granulozyten unter den Normwert sinkt – eine Störung, die als Neutropenie bezeichnet wird. Angesichts ihrer stark verminderten Immunabwehr besteht für diese Patienten nicht nur ein hohes Infektionsrisiko – auch die Chemotherapiezyklen können sich verzögern.

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